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23.10.2017

"Der Preis der Anna-Lena Schnabel": Was der NDR glaubt, nicht senden zu können

Kritik am öffentlich-rechtlichen Fernsehen ist gerade wieder aktuell; vielleicht auch deshalb, weil es an Sternstunden fehlt? Die Anstalten argumentieren dagegen mit "Publikumsinteresse" und dem uns "Vermittelbaren". Als wären wir Zuschauer alle krank, als müsste uns täglich das Fieber gemessen werden. Etwas Anspruchsvolles traut man uns gar nicht mehr zu.
Dass es anders geht, zeigt ein Film, von dem man es zunächst gar nicht vermuten würde, denn er handelt vordergründig nicht von bedenklichen Rückkopplungsphänomenen in der Mediengesellschaft, sondern vom Jazz. Aber indem es um den Echo Jazz geht, ist die Rückkopplung schon da. Ein Echo ist ja das, was zu einem zurückkommt, bis man es nicht mehr hören kann.
Der Echo Jazz ist ein Preis, den die deutsche Musikindustrie einmal im Jahr verleiht; großartige Künstler sollen prämiert werden. Im Juni 2017 inszenierte man die Gala auf einem Hamburger Werftgelände. Zwischen den Hafenkränen gibt es einen roten Teppich und viel Chichi, das an die Verleihung der Grammy Awards erinnern soll, an Möchtegerneritis und Künstlichkeit aber kaum zu überbieten ist und mit Jazz wenig zu tun hat.
Jan Bäumers Film Der Preis der Anna-Lena Schnabel begleitet die junge Saxofonistin, die für ihr erstes Album Books, Bottles & Bamboo die Auszeichung als "Newcomerin" erhalten soll. Die Kamera zeigt sie vor der Vergabe, während ihrer Dankesrede und bei ihrem Auftritt. Aber schon zu Anfang der grandios geschnittenen Dokumentation erfährt der Zuschauer, was man zunächst kaum glauben mag: Dass die Preisträgerin bei der Preisverleihung keines ihrer eigenen Stücke spielen darf. Das hat der NDR so bestimmt, dessen tutige Fernsehsparte die Show überträgt: Die Musik sei nicht gefällig genug, da würden die Leute wegschalten.
So erzählt es die 28-Jährige in die Kamera und sieht dabei so aus, als ob sie es selbst noch nicht glauben kann. Fürderhin ringt sie mit der Frage, ob sie vielleicht auf der falschen Veranstaltung ist und den Preis lieber gar nicht annehmen sollte.
Dieses Ringen dauert 45 Minuten, in denen viele Beteiligte das Wort ergreifen, und man möchte keine Minute missen, denn selten hat man im Fernsehen die Verlogenheit des Fernsehens so schön vorgeführt bekommen. Ein surrealer Höhepunkt ist das Interview, das eine NDR-Journalistin mit der Preisträgerin macht. Sie fragt vor laufender Kamera für den Bericht am nächsten Tag: "Was hören wir denn von dir heute Abend?" – "Leider kein Stück von mir", antwortet Anna-Lena Schnabel, "das hat mir der NDR verboten." – "Das können wir leider nicht reinnehmen morgen", sagt die NDR-Journalistin entschuldigend. – "Das wundert mich nicht", sagt die Preisträgerin.


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17.08.2016

Kebekus feiert Ende September Einstand im Ersten

Wie schon Ende letzten Jahres angekündigt wird "PussyTerror TV" im Herbst vom WDR Fernsehen ins Erste befördert. Ihren Einstand feiert sie Ende September. In den Wochen verbreitet sie nochmal bei RTL "PussyTerror"...

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31.01.2014

History Repeating

Total-Überwachung vor 30 Jahren in NDR Computerfieber-Sendung


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22.09.2013

Abgedreht! - Supercocktail: Eric Cantona



Vom Fußballstar zum philosophisch-rebellischen Schauspieler.

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21.08.2013

Vize-Chef der „Bild“ wechselt den Job: Blome geht zum „Spiegel“



Nikolaus Blome, bisher stellvertretender Chef der „Bild“-Zeitung übernimmt denselben Posten beim „Spiegel“. Zudem verantwortet er die Berlin-Redaktion. mehr...

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15.08.2013

Gladbeck 1988 - "Deutschland außer Kontrolle" - Schlingensiefs Blick auf die Welt in der wir leb(t)en

"Am 16. August 1988 überfielen Hans-Jürgen Rösner und Dieter Degowski in Gladbeck, Kreis Recklinghausen, eine Bank. In der Folge nahmen sie Geiseln, kaperten Fahrzeuge, fuhren auf einer irren Irrfahrt durch Deutschland: Immer begleitet nicht etwa nur von der Polizei, sondern vor allem von verschiedenen Journalisten, die live und in Farbe während der Tat von der Tat berichteten. Die Geiselnehmer verhandelten nur über die Medien, und jeder hörte zu; sie gaben Interviews, ließen Kameraleute das Innere ihres entführten Busses filmen. Ein Journalist stieg gar in ihr Fluchtauto und lotste sie aus der Kölner Innenstadt heraus (wo sie sich von einer Masse von Zuschauern hatten bewundern lassen), gegen den Preis eines Exklusivinterinterviews. Im Laufe der Geiselnahme kamen zwei Geiseln durch Schüsse der Verbrecher und ein Polizist durch einen Unfall um, eine weitere Geisel überlebte schwer verletzt.

Dieses Trauma der späten westdeutschen Republik flicht Schlingensief ein in seine Mär von Rassismus, Kampf, Gewalt, Hilflosigkeit, Vergewaltigung und deutscher Realpolitik. „Der nun folgende Film schildert einen authentischen Fall aus dem Jahre 1992. Deutschland hat sich verändert. Die Asylantenheime sind überfüllt. Die Regierung befindet sich auf dem Rückzug. Die Polizei vor Ort ist alleingelassen. Ein großer Teil der Bevölkerung ist außer Kontrolle geraten und leistet offen Widerstand. […] Meine Damen und Herren, liebe Jungen und Mädchen, genießen Sie mit uns in den nächsten Minuten eine Welt voller Liebe, Angst, Sexualität und Tod. Genießen Sie mit uns die Welt, in der wir leben. Gute Unterhaltung.“ So stimmt ein Sprecher auf den Film ein, unterlegt von schwarz-weißen Bildern aus Asylantenheimen.

Schlingensiefs Blick auf die Welt, in der wir leben, ist ein hochkonzentriertes Destillat. Und entsprechend überzogen, überdreht, überspannt sind seine Filme. Doch seine Analyse der Verhältnisse ist scharf und exakt: Wenige Monate nach den Dreharbeiten zu „Terror 2000“ brannte im August 1992 medienwirksam ein Asylantenheim in Rostock-Lichtenhagen, Skinheads attackierten mit Molotowcocktails, die Polizei schaute weg, und im belagerten, brennenden Asylantenheim filmte ein ZDF-Fernsehteam alles mit: Eine schlingensiefeske Situation, die in der Wirklichkeit stattfand.
"

Quelle: http://www.filmzentrale.com