Gitarrenamps richtig aufnehmen
— Gitarrenverstärker aufnehmen mit Speaker-Simulator —
Abhilfe soll dabei eine Gerätegattung schaffen, die erstaunlicherweise noch relativ jung ist, gemessen an dem Alter der Probleme, die sie antritt zu lösen: Ein Speaker-Simulator oder auch Emulator genannt. Anstatt ein Studio einzurichten und zu versuchen, damit alles zu kontrollieren, lassen sich nun Geräte zwischen Verstärker und Box oder direkt ans Aufnahmegerät schalten, die all diese Probleme auf sehr viel einfachere Art lösen. Von der einfachen „Loadbox“ bis zur digitalen Vollsimulation gibt es hier eine ganze Menge Helferlein, die zum gewünschten Ergebnis führen sollen. Wir schauen uns deren Funktion und die besten Emulatoren einmal an.
— Theoretisch klingt so ein Amp richtig gut, aber wo kann man den schon mal aufdrehen? —
Gitarrenverstärker aufnehmen: die Summe aller Teile
Im Grunde besteht das gesamte Setup für die Aufnahme einer elektrischen Gitarre aus einer Vielzahl an „Subsystemen“, die alle einen mehr oder weniger starken Einfluss auf den Klang haben. Die Gitarre selbst bleibt dabei erst einmal außen vor, genau wie das Interface zum Computer oder das Aufnahmegerät oder die DAW.Das unverstärkte Gitarrensignal geht zuallererst in die Vorstufe des Verstärkers, wo es die erste veränderliche Variable gibt (vom Kabel einmal abgesehen, aber wir wollen mal nicht allzu kleinlich werden). Je nach Zustand der Röhren etwa kann hier schon die Raum- und Betriebstemperatur einen gewichtigen Einfluss auf den Klang haben. Die Klangregelung kann ebenso davon beeinflusst werden und die Endstufe folgt ihrerseits ganz ähnlichen Prinzipien. Danach bestimmt die Anzahl und Qualität der zwischengeschalteten Effekte und Stompboxes erneut, ob es Klangveränderungen gibt oder wie gut die Qualität des Signals ist. Von hier geht es zur Endstufe. Je nachdem, wie weit diese übersteuert wird, welche Betriebstemperatur sie besitzt und wie der Zustand der eventuell verwendeten Röhren ist. Im Grunde sollte es hier aber noch relativ konstant zugehen, wirklich schwierig in der Aufnahmesituation beim Gitarrenverstärker aufnehmen wird es ab dem Lautsprecher.
— Der Speaker ist ein wichtiger und zugleich reaktiver Teil des Gesamtinstruments E-Gitarre —
Gitarrenverstärker aufnehmen – die Kuh aufs Eis schicken …
Denn dieser bildet, ebenso wie der Verstärker selbst, ein signifikantes Teil des Gesamtsystems. So ist die Größe der Membran, bei vielen Gitarrenverstärkern 12″, ebenso ausschlaggebend wie dessen Dynamik, Form und Zustand. Diese Parameter bestimmen die Reaktion des Speakers auf die Endstufe, die ihren Klang dadurch verändert und beispielsweise zum Übersteuern bewegt wird oder bestimmte Frequenzen präsenter werden lässt.Die Box lässt sich aber leider beim Gitarrenverstärker aufnehmen nicht immer wie gewünscht einsetzen. Sei es, dass er etwa im Studio durch einen anderen ersetzt werden musste, weil der Lieblings-Speaker nicht mehr in den alten Golf passte und im Proberaum oder zuhause stehen bleiben musste. Besonders bei alten Röhrenverstärkern gilt dazu, dass diese erst bei übermenschlichen Lautstärken so richtig gut klingen, wenn nicht nur die Endstufe voll losbrüllen kann, sondern auch der Lautsprecher an der Leistungsgrenze agiert, da auch dieser selbst übersteuern kann und möglicherweise erst dadurch den Gesamtklang zu dem macht, was er ist.
… und sie wieder einfangen
Aber selbst dann gibt es noch eine Menge Variable beim Gitarrenverstärker aufnehmen. Die Wichtigste mag da das Mikrofon selbst sein, denn es bestimmt im Wesentlichen die Klangfarbe und welche Frequenzen besonders deutlich zu hören sind und welche Vergleichsweise weniger zutage treten. Aber auch dessen Positionierung relativ zu den Membranen des Speakers durch Abstand, Ausrichtung und seitlicher Abstand von der Abdeckkappe ist eine Kunst für sich und sind weitere Stellschrauben auf dem Weg zum richtigen Sound.
— Welches Mikro und wohin damit? Solche Fragen können zu Existenzfragen werden. —
Danach geht es dann natürlich möglichst ohne zusätzliche Einfärbung ins Aufnahmegerät und ist im Kasten. Das dritte Subsystem nach der Gitarre und der Vor- und Endstufe des Verstärkers ist also dasjenige, welches sich am schwersten wiederholbar aufbauen und kontrollieren lässt. Zudem ist es vielleicht das Sperrigste und Teuerste, zieht man zu der Rechnung die Raumkosten hinzu.
Gitarrenverstärker aufnehmen – geht das auch einfacher?
Hier kommen nun unsere Gräte ins Spiel, die dieses Subsystem vereinfachen oder nach Möglichkeit ersetzen und so leichter kontrollierbar und replizierbar machen sollen. Ein Überbegriff hierfür ist Emulatoren oder in manchen Fällen auch Loadbox, auch Attenuatoren oder Leistungsreduzierer genannt, die die Fiktion der Box und auch des Mikrofones bei der Klangerzeugung übernehmen sollen. Anders gesagt, muss die Energie der Endstufe von irgendetwas geschluckt werden, damit diese nicht durchbrennt. Bei einfachen Loadboxen wird einfach nur die Leistungsaufnahme der Box simuliert, die das verstärkte Signal der Endstufe schluckt.Viele moderne Loadboxen können aber noch mehr als nur die an den Speaker geschickte Leistung zu reduzieren. So können sie auch selbst verschiedene Räume und Boxen sowie Mikrofone simulieren, womit sich die aufwendige Mikrophonierung eines Speaker ganz umgehen lässt. Auch gibt es Geräte, die die Endstufe komplett ersetzen und so den ganzen Signalweg in einfach zu kontrollierenden Bahnen belassen.
— Manche Verstärker haben eingebaute Powersoaks, bei anderen könnte hier nachgerüstet werden, bei manchen kann man diesen Teil insgesamt ersetzen —
via AMAZONA.de
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